Aus einem Präventionskurs kann mehr entstehen als zehn Wochen Training 💪🌿💚

Ein Präventionskurs hat einen Anfang und ein Ende. Gesundheitsförderung muss dort nicht aufhören.

Das zeigt sich für mich sehr konkret beim TSV Victoria Linden in Hannover-Linden.
In den vergangenen etwa drei Jahren sind dort aus dem Projekt „Mein Nachbar, der Sportverein – aktiv im Quartier“ Bewegungsangebote, Trainingsmöglichkeiten und Strukturen entstanden, die heute weiter genutzt und weiterentwickelt werden.

Menschen kommen in Bewegung.
Sie lernen den Verein kennen. Sie sammeln Erfahrungen mit ihrem eigenen Körper. Und manche bleiben.

Genau darin liegt für mich ein wichtiger Unterschied zwischen einer einzelnen Gesundheitsmaßnahme und Gesundheitsförderung, die Menschen Möglichkeiten eröffnet.

Bewegung erfahren – nicht nur Übungen absolvieren

Auch meine Fitness-Rückenschule ist deshalb keine Abfolge klassischer „Rückenübungen“.

Wir trainieren Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. Wir arbeiten mit Geräten und dem eigenen Körpergewicht. Und wir schaffen Situationen, in denen Erwachsene wieder Bewegungserfahrungen machen können: laufen, springen, balancieren, hangeln, ausprobieren, eine Aufgabe lösen – und manchmal auch feststellen: Das kann ich ja doch.

Hier fließt mein motopädagogischer Hintergrund ganz selbstverständlich in die Arbeit ein.

Das aktuelle Video aus der Fitness-Rückenschule zeigt genau diese Seite des Trainings: Eine Bewegungslandschaft bietet unterschiedliche Aufgaben und Möglichkeiten. Nicht jeder Mensch muss dasselbe auf dieselbe Weise können.

Fit werden statt fit sein.

Das bedeutet für mich auch: einen Ausgangspunkt haben, ausprobieren dürfen, angemessen gefordert werden und die eigenen Möglichkeiten Schritt für Schritt erweitern.

Wenn aus Anleitung Selbstständigkeit wird

Besonders interessant wird es für mich dort, wo ein Kurs eigentlich längst zu Ende ist.

Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind nach ihren Präventionskursen beim Sport geblieben und Mitglied im TSV Victoria Linden geworden.
Inzwischen gibt es die Möglichkeit, zweimal pro Woche weiterzutrainieren: dienstags draußen beim Outdoortraining und donnerstags beim Fitness- und Ganzkörpertraining in der Sporthalle.

Weitere Angebote sind in Planung.

Die im Rahmen des Quartiersprojektes angeschafften Trainingsgeräte werden weiterhin intensiv genutzt.
Lizenzierte Breitensport-Trainerinnen wirken an den Angeboten mit.

Und über die Zeit ist noch etwas entstanden:

Langjährige Teilnehmende haben Bewegungserfahrungen gesammelt, Trainingsformen kennengelernt und Kompetenzen entwickelt.
Einige können inzwischen ihr Training eigenverantwortlich gestalten und miteinander trainieren – auch dann, wenn ich einmal nicht dabei bin.

Das ist für mich ein Erfolg von Gesundheitsförderung. Nicht Abhängigkeit von Anleitung, sondern zunehmend selbstständiges Handeln.

Empowerment: Menschen zu Akteuren ihrer Gesundheit machen

In der Gesundheitsförderung gibt es dafür einen wichtigen Begriff: Empowerment.

Gemeint ist nicht, Menschen einfach zu sagen, was sie für ihre Gesundheit tun sollen. Gesundheitsförderung soll Menschen vielmehr darin unterstützen, Wissen, Fähigkeiten und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und mehr Einfluss auf die eigene Gesundheit zu gewinnen. Dieser Gedanke gehört zum Kern des Gesundheitsförderungsverständnisses der WHO.

Für die praktische Arbeit bedeutet das für mich: Ich möchte Menschen zunächst fachlich begleiten – aber nicht erreichen, dass sie mich dauerhaft für jede Übung brauchen.

Sie sollen verstehen, ausprobieren, Erfahrungen sammeln, Sicherheit gewinnen und zunehmend selbst entscheiden können, was ihnen guttut und wie sie Training sinnvoll gestalten können.

Verstehen. Handhaben. Sinn darin erkennen.

Hier gibt es auch eine interessante Verbindung zur Salutogenese nach Aaron Antonovsky.

Im Zentrum seines Modells steht das Kohärenzgefühl mit drei Komponenten: Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit. Vereinfacht beschrieben geht es darum, Anforderungen einordnen zu können, über Ressourcen für den Umgang mit ihnen zu verfügen und das eigene Handeln als bedeutsam bzw. des Engagements wert zu erleben.

Diese Theorie beweist natürlich nicht, dass ein Präventionskurs automatisch das Kohärenzgefühl stärkt.

Aber sie bietet einen guten Bezugsrahmen für die Frage, wie Gesundheitsförderung gestaltet werden kann:

Verstehbarkeit: Ich verstehe mehr darüber, wie Bewegung, Training und mein Körper zusammenhängen.

Handhabbarkeit: Ich verfüge über Wissen, Erfahrungen, Fähigkeiten und Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden.

Sinnhaftigkeit: Bewegung ist nicht nur eine Aufgabe, die jemand anderes mir verordnet.
Ich kann einen persönlichen Sinn darin entdecken – vielleicht auch Freude, Gemeinschaft und das gute Gefühl, etwas selbst zu können.

Das ist sehr viel mehr als das korrekte Ausführen einer Übung.

Wenn der Sportverein zum Gesundheitsort im Quartier wird

Und schließlich geht es nicht nur um den einzelnen Menschen.

Ein Sportverein kann einen Rahmen bieten, in dem Menschen sich begegnen, gemeinsam aktiv werden, Verantwortung übernehmen und Zugehörigkeit erleben. Die Ottawa Charter nennt neben der Entwicklung persönlicher Fähigkeiten ausdrücklich auch die Stärkung gemeinschaftlichen Handelns als Handlungsfeld der Gesundheitsförderung.

Beim TSV Victoria Linden lässt sich heute ganz praktisch sehen, was aus einem zeitlich begrenzten Projekt weiterbestehen kann: Geräte werden genutzt. Angebote werden fortgeführt. Menschen haben Kompetenzen entwickelt. Trainerinnen bringen ihre Qualifikationen ein. Teilnehmende trainieren miteinander. Neue Menschen können dazukommen.

Das ist die Ebene, auf der individuelle Prävention für mich eine Verbindung zur kommunalen Gesundheitsförderung bekommt.

Nicht, weil ein einzelner Präventionskurs ein Quartier verändert.

Sondern weil im Quartier Strukturen und Möglichkeiten entstehen, die Menschen nutzen können, um aktiv zu werden, sich zu begegnen und Gesundheit mitzugestalten.

Und manchmal beginnt das mit einem Präventionskurs

In der kommenden Woche starten meine nächsten Fitness-Rückenschulkurse in Seelze und Hannover-Linden.

Wer teilnimmt, muss nicht bereits fit sein.

Fitness-Rückenschule – Fit werden statt fit sein.

Seelze
Mittwoch, 16. September 2026 · 13:30–15:00 Uhr
10 Termine · Gemeindehaus der Martinskirche
Martinskirchstr. 11 · 30926 Seelze

Hannover-Linden
Donnerstag, 17. September 2026 · 18:30–19:30 Uhr
12 Termine · Sporthalle Fröbelstr. 3a
30451 Hannover

Kursgebühr: 159 €
Zertifizierter Präventionskurs nach § 20 SGB V · Krankenkassenzuschuss möglich.

Jetzt anmelden:

https://www.rueckenstark-hannover.de/praevention/aktuelle-kurse/

Anmeldung: Aktuelle Präventionskurse in Hannover und Seelze ab September 2026

Fitness-Rückenschule in Hannover und Seelze – Fit werden statt fit sein

Du musst nicht fit sein, um anzufangen. Dafür ist der Kurs da.

Vielleicht möchtest du dich wieder mehr bewegen. Vielleicht willst du kräftiger werden, beweglicher bleiben oder nach längerer Pause wieder ins Training einsteigen.

Und vielleicht liest du „Fitness-Rückenschule“ und denkst:

Dafür müsste ich wahrscheinlich erst einmal fitter sein.

Nein.

Fitness-Rückenschule bedeutet bei rückenstark: Fit werden statt fit sein.

Du startest dort, wo du gerade stehst. Übungen, Belastung und Intensität können angepasst werden. Entscheidend ist nicht, was die Person neben dir kann. Entscheidend ist, dass du deinen eigenen Körper wieder forderst, wahrnimmst und ihm etwas zutraust.

Mehr als klassische Rückenschule

In meiner Fitness-Rückenschule geht es nicht darum, zehn Wochen lang möglichst viele klassische Rückenübungen zu absolvieren.

Wir bewegen uns. Wir trainieren. Wir probieren aus.

Mit Hanteln, Bällen und anderen Kleingeräten, mit dem eigenen Körpergewicht und mit Übungen, die durchaus anstrengend sein dürfen.

Wir trainieren Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und Koordination.
Gleichzeitig gehören Körperwahrnehmung, Entspannung, Wissen und Gesundheitskompetenz zum Kurs.

Denn Gesundheit ist  mehr als ein kräftiger Rücken.

Ich arbeite als Physiotherapeutin seit über 30 Jahren mit Menschen und verstehe Prävention bio-psycho-sozial und ressourcenorientiert. Unser Körper, unser Erleben, unsere Lebensbedingungen, unser Verhalten und unsere sozialen Beziehungen wirken zusammen.

Bewegung ist dabei eine wichtige Ressource.

Und eine, die wir selbst beeinflussen können.

Was wir in der Fitness-Rückenschule trainieren

Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und Koordination

Ein Körper braucht unterschiedliche Fähigkeiten, um den Anforderungen des Alltags begegnen zu können.

Deshalb trainieren wir nicht isoliert einzelne Muskelgruppen. Wir bewegen den ganzen Körper, kräftigen, mobilisieren, koordinieren Bewegungen und bringen auch Herz und Kreislauf in Schwung.

Das Training darf fordern.

Aber es soll zu dir passen.

Körperwahrnehmung, Entspannung und Gesundheitskompetenz

Training ist nur ein Teil des Kurses.

Wie fühlt sich Belastung an? Wann brauche ich Bewegung und wann Regeneration? Was kann ich selbst verändern? Und wie gelingt es, Bewegung nicht nur zehn Wochen lang im Kursraum stattfinden zu lassen?

Wir beschäftigen uns deshalb auch mit Körperwahrnehmung und Entspannung und vermitteln Wissen, das dabei helfen kann, die eigene Gesundheit besser zu verstehen.

Mein Ziel ist nicht, dass du zehn oder zwölf Termine lang „brav deine Übungen machst“.

Ich möchte, dass du Lust bekommst, selbst aktiv zu bleiben.

Bewegung, Wissen, Motivation und Freude gehören für mich zusammen.

Aktuelle Fitness-Rückenschulkurse im September 2026

Fitness-Rückenschule in Seelze

Start: Mittwoch, 16. September 2026
Zeit: 13:30–15:00 Uhr
Umfang: 10 Termine
Ort: Gemeindehaus der Martinskirche
Martinskirchstr. 11, 30926 Seelze

Kursgebühr: 159 €

Fitness-Rückenschule in Hannover-Linden

Start: Donnerstag, 17. September 2026
Zeit: 18:30–19:30 Uhr
Umfang: 12 Termine
Ort: Sporthalle Fröbelstraße
Fröbelstr. 3a, 30451 Hannover

Kursgebühr: 159 €

Kursleitung beider Kurse:
Andrea Kujawa, Physiotherapeutin

Zertifizierter Präventionskurs – Krankenkassenzuschuss möglich

Die Fitness-Rückenschule ist ein zertifizierter Präventionskurs nach § 20 SGB V.

Eine Bezuschussung der Kursgebühr durch die Krankenkasse ist möglich. Die konkrete Höhe und die jeweiligen Voraussetzungen richten sich nach deiner Krankenkasse.

Wenn du wissen möchtest, welchen Zuschuss deine Krankenkasse übernimmt, erkundige dich bitte direkt dort.

Fit werden statt fit sein.

Du musst keine sportlichen Voraussetzungen erfüllen, um den ersten Schritt zu machen.

Bring deinen Körper mit, so wie er heute ist.

Wir kümmern uns gemeinsam um den Rest.

Die neuen Kurse starten am 16. September in Seelze und am 17. September in Hannover-Linden.

Jetzt zur Fitness-Rückenschule anmelden

Online: Aktuelle Kurse & Anmeldung

AKTUELLER KURSPLAN / ANMELDUNG

E-Mail: info@rueckenstark-hannover.de
Telefon: 0151 10784137

rückenstark – Gesundheitsförderung, Prävention und Physiotherapie
Andrea Kujawa | Hannover

Lebensfreude gehört zur Gesundheit

Gesundheit besteht nicht nur aus Bewegung, ausgewogener Ernährung oder einem guten Umgang mit Belastungen.

Lebensfreude gehört  genauso dazu.

Menschen treffen, die uns guttun. Gemeinsam lachen. Etwas unternehmen. Draußen sein. Sich bewegen. Neues erleben. Oder manchmal auch einfach nichts leisten müssen.

Regeneration bedeutet deshalb nicht automatisch Ruhe. Was uns guttut, kann ganz unterschiedlich sein. Für den einen ist es ein stiller Nachmittag, für die andere Bewegung, ein Treffen mit Freunden oder ein Erlebnis, das den Kopf einmal ganz woanders hinbringt.

Ein wichtiger Teil von Gesundheitskompetenz ist für mich deshalb auch die Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen: Was brauche ich gerade? Was gibt mir Energie? Und was hilft mir, meine Ressourcen wieder aufzufüllen?

Gesundheitsförderung darf den ganzen Menschen im Blick behalten – körperlich, psychisch und sozial.

Und manchmal braucht Gesundheit gar keine große Strategie.

Manchmal ist es einfach Leben. 😊

Gesundheit entsteht nicht erst, wenn jemand krank wird

Gesundheit ist mehr als eine individuelle Aufgabe. Sie entsteht und entwickelt sich in den Lebenswelten, in denen Menschen ihren Alltag verbringen – und dazu gehört für viele Menschen ganz wesentlich die Arbeits- und die Bildungswelt.

Ein Gespräch über Gesundheit, Prävention, Bildung und gesellschaftliche Entwicklung erinnert mich immer wieder daran, wie eng diese Ebenen miteinander verbunden sind.

Natürlich können Menschen selbst viel für ihre Gesundheit tun: sich bewegen, körperliche und psychische Ressourcen stärken, Gesundheitswissen erwerben, Regeneration ermöglichen und Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen.

Doch Gesundheit hängt nicht allein vom Verhalten  des einzelnen Menschen ab.

Auch Arbeitsbedingungen, Arbeitsorganisation, Führung, soziale Beziehungen, Beteiligungsmöglichkeiten und Handlungsspielräume spielen eine Rolle.

Verhaltens- und Verhältnisprävention gehören zusammen

Genau deshalb gehören für mich in der Gesundheitsförderung beide Perspektiven zusammen:

Menschen darin stärken, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen – und Bedingungen schaffen, die Gesundheit unterstützen.

Ein Bewegungskurs kann körperliche Ressourcen stärken. Ein Gesundheitstag kann Wissen vermitteln, Menschen erreichen und neue Impulse setzen. Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung und Betriebliches Gesundheitsmanagement können Beschäftigte motivieren und Gesundheitskompetenz fördern.

Gesundheitsförderung erweitert diesen Blick über den einzelnen Menschen und auch über den Betrieb hinaus.

Denn auch die Lebensbedingungen vor Ort beeinflussen, welche Möglichkeiten Menschen haben, gesund zu leben.

Wie sind unsere Lebenswelten gestaltet? Welche Ressourcen gibt es im Quartier oder in der Kommune? Wo entstehen Belastungen? Wie können Menschen beteiligt werden? Und welche Strukturen unterstützen Gesundheit, soziale Teilhabe und Lebensqualität?

Gesundheit braucht Menschen – und Strukturen

Prävention beginnt deshalb nicht erst bei Beschwerden, steigenden Fehlzeiten oder Krankheit.

Sie beginnt dort, wo Menschen ihre eigenen gesundheitlichen Ressourcen entwickeln können und gleichzeitig die Bedingungen betrachtet werden, unter denen sie leben und arbeiten.

Gesundheitsentwicklung braucht beides: Eigenverantwortung und gesundheitsförderliche Strukturen.