Mitarbeiterbefragung im BGM: Warum die eigentliche Arbeit danach beginnt 🎯

„Sie haben Ihre Mitarbeitenden befragt. Und was passiert jetzt?“

Mitarbeiterbefragungen können im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) eine wichtige Grundlage sein. Sie können sichtbar machen, wie Beschäftigte ihre Arbeit erleben, wo Belastungen bestehen, welche Ressourcen vorhanden sind und wo Handlungsbedarf gesehen wird.

Aber eine Befragung allein verändert noch keine Arbeitsbedingungen.

Entscheidend ist, was anschließend mit den Ergebnissen geschieht.

Analysieren → verstehen → beteiligen → Handlungsfelder entwickeln → umsetzen → Wirkung überprüfen → weiterentwickeln.

Von Daten zu Handlungsfeldern

Auch der Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes beschreibt Betriebliche Gesundheitsförderung als strukturierten Prozess: Auf Analyse und Bedarfsermittlung folgen Ziel- und Maßnahmenplanung, Umsetzung und Evaluation. Beschäftigte und betriebliche Verantwortliche sollen dabei einbezogen werden.

Das bedeutet: Ein auffälliger Wert führt nicht automatisch zu einer bestimmten Maßnahme.

Ergebnisse müssen zunächst eingeordnet werden:

Was fällt auf? Was steckt dahinter? Welche Ressourcen gibt es bereits? Was können Beschäftigte und Organisation beeinflussen? Und wo besteht tatsächlich Handlungsbedarf?

Erst daraus lassen sich sinnvolle Schwerpunkte ableiten.

Nicht möglichst viele Maßnahmen. Sondern die richtigen.

Beteiligung gehört zum Prozess

Beschäftigte kennen ihren Arbeitsalltag. Sie wissen, wo Abläufe funktionieren, wo Hindernisse entstehen und was ihre Arbeit erleichtert oder erschwert.

Ihre Perspektive einzubeziehen hilft deshalb, Befragungsergebnisse besser zu verstehen und geeignete Veränderungen zu entwickeln.

Dabei gibt es nicht das eine Beteiligungsformat, das für jedes Unternehmen passt. Das Vorgehen muss zur Organisation, zur Fragestellung und zu den Ergebnissen passen.

Genau hier beginnt Prozessarbeit.

Befragen. Verstehen. TUN. Überprüfen.

Nach der Analyse muss etwas geschehen.

Handlungsfelder werden priorisiert, Ziele festgelegt und passende Veränderungen entwickelt. Dabei gehören Verhaltens- und Verhältnisprävention zusammen: Nicht nur das Verhalten einzelner Beschäftigter ist relevant, sondern auch Arbeitsorganisation, Führung, Kommunikation, Arbeitsumgebung und betriebliche Rahmenbedingungen.

Anschließend gehört die Frage dazu:

Hat das, was wir verändert haben, tatsächlich etwas bewirkt?

Evaluation ist deshalb kein Zusatz am Ende. Sie gehört zum BGM-Prozess und liefert wiederum Informationen für die weitere Entwicklung.

Das lässt sich einfach zusammenfassen:

Befragen. Verstehen. TUN. Überprüfen.

Und wenn nach einer Befragung wenig erkennbar passiert?

Wer Beschäftigte nach ihrer Einschätzung fragt, sollte auch transparent machen, wie mit den Ergebnissen weitergearbeitet wird.

Nicht jeder Wunsch kann umgesetzt werden. Nicht jedes Ergebnis führt unmittelbar zu einer Maßnahme. Aber Beschäftigte sollten nachvollziehen können, welche Themen aufgegriffen werden, was daraus entsteht und warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden.

Die Forschung zum Follow-up von Mitarbeiterbefragungen zeigt zugleich: Gerade die Phase nach der Befragung ist für Organisationsentwicklung bedeutsam – und wissenschaftlich bislang deutlich weniger untersucht als die Befragung selbst.

Wichtig: Eine Mitarbeiterbefragung im BGM ist nicht automatisch eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung nach dem Arbeitsschutzgesetz. Befragungen können dabei als Erhebungsinstrument eingesetzt werden. Die Gefährdungsbeurteilung umfasst jedoch einen vollständigen Prozess von der Ermittlung und Beurteilung über Maßnahmen bis zur Wirksamkeitskontrolle und Dokumentation.

BGM heißt: strukturiert entwickeln

Gutes Betriebliches Gesundheitsmanagement beginnt für mich deshalb nicht mit einem fertigen Maßnahmenkatalog.

Es beginnt damit, zu verstehen, was Beschäftigte und Organisation tatsächlich brauchen.

Analysieren. Einordnen. Beteiligen. Priorisieren. Umsetzen. Überprüfen. Weiterentwickeln.

So verstehe ich bei rückenstark in Hannover Betriebliches Gesundheitsmanagement: wissenschaftlich fundiert, beteiligungsorientiert, praxisnah und strukturiert.

Sie haben Ihre Mitarbeitenden bereits befragt – und was passiert jetzt?

Ich begleite Unternehmen in Hannover und der Region Hannover dabei, aus Ergebnissen einen strukturierten Gesundheitsprozess zu entwickeln.

→ Betriebliches Gesundheitsmanagement mit rückenstark – Gesundheitsentwicklung in Unternehmen

https://www.rueckenstark-hannover.de/gesundheitsfoerderung/

Beständigkeit braucht ein eigenes Warum 🎯💚

Ein Besuch auf der neuen Gesundheitsmesse „Gesund durchs Leben“
von HAZ und NP in Hannover –

und ein Satz, den ich mitgenommen habe.

Am Wochenende war ich auf der neuen Gesundheitsmesse
„Gesund durchs Leben“ in Hannover.
Mehr als 80 Aussteller, Vorträge und Mitmachangebote zeigten, wie vielfältig Gesundheit und Prävention heute gedacht werden können.

Mein eigentlicher Anlass für den Besuch war aber ein Kollege aus meinem BNI-Netzwerk: Philipp Riebe von PhysioNext.  https://physionext-hannover.de/

Sein Vortrag trug den Titel „Gesund und leistungsfähig: Wie gezieltes Training Beschwerden vorbeugt und Bewegung langfristig Freude macht“.

Es ging um Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination und Schnelligkeit, um Ernährung und Energieverbrauch –
und um eine Frage, die in der Prävention entscheidend ist:

Was bringt Menschen nicht nur dazu anzufangen, sondern auch dabeizubleiben?

Ein Satz aus Philipps Vortrag ist bei mir besonders hängen geblieben:

„Beständigkeit braucht ein eigenes Warum.“

Wissen allein bringt Menschen noch nicht ins Tun

Bei vielen Themen des Vortrags dachte ich: Ja, genau dort liegen auch zentrale Themen meiner Arbeit.

Wir wissen heute viel darüber, welche Bedeutung Bewegung und Training für Gesundheit und körperliche Leistungsfähigkeit haben.
Aber Wissen allein verändert noch kein Gesundheitsverhalten.

Menschen brauchen Wissen und Gesundheitskompetenz. Sie brauchen Möglichkeiten, etwas umzusetzen.
Sie müssen Erfahrungen sammeln und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln können.

Und sie brauchen einen eigenen Grund, warum sie etwas verändern und dabeibleiben wollen.

Gute Prävention setzt deshalb nicht beim erhobenen Zeigefinger an.
Sie schafft Bedingungen, unter denen Menschen verstehen, ausprobieren, entscheiden und schließlich selbst ins Handeln kommen können.

Gute Gesundheitsförderung braucht gute Netzwerke

Die Messe hat für mich noch einen zweiten Gedanken sehr sichtbar gemacht.

Gesundheit und Prävention haben viele Facetten. Bewegung und Training gehören dazu, ebenso Ernährung, mentale Gesundheit, Beratung, Vorsorge, Therapie und zahlreiche weitere Bereiche. Genau diese Bandbreite wollte auch die neue Gesundheitsmesse in Hannover zusammenbringen.

Kein einzelner Gesundheitsanbieter muss all das selbst abdecken.

Entscheidend ist zu wissen, wer was richtig gut kann – und wo sich Kompetenzen sinnvoll ergänzen.

Deshalb sind fachliche Netzwerke ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit.

Mit Philipp und PhysioNext gibt es bereits konkrete Ideen für eine Zusammenarbeit im Betrieblichen Gesundheitsmanagement und in der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Unsere fachlichen Schnittmengen sind groß, gleichzeitig bringen wir unterschiedliche Schwerpunkte und Kompetenzen ein.

Das ist für mich eine gute Grundlage für Kooperation: nicht alles selbst anbieten zu wollen, sondern Leistungen dort zusammenzubringen, wo daraus für Unternehmen und Beschäftigte ein sinnvolles Gesamtangebot entstehen kann.

PhysioNext selbst verbindet Physiotherapie unter anderem mit Training und weiteren gesundheitsbezogenen Ansätzen;
Philipp Riebe bringt dabei langjährige Erfahrung aus Physiotherapie, Training und Gesundheitsmanagement mit.

Physiotherapie und Training gehören für mich eng zusammen

Interessant ist, dass mir diese Verbindung derzeit an mehreren Stellen meiner Arbeit begegnet.

Neben dem Austausch mit PhysioNext erlebe ich sie auch in meiner Tätigkeit bei der Gelenk-Reha Hannover. https://gelenk-reha-hannover.de/

Dort werden Physiotherapie und aktives, systematisch aufgebautes Training ebenfalls miteinander verbunden. Im Physio Personal Training werden Menschen individuell begleitet, um körperliche Fähigkeiten aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Damit schließt sich für mich gerade ein interessanter Kreis:

Physiotherapie. Training. Prävention. Gesundheitsförderung.

Das sind unterschiedliche Arbeitsfelder mit unterschiedlichen Aufgaben. Aber ihre Schnittstellen sind groß.

Und gerade meine eigene berufliche Entwicklung – von mehr als 30 Jahren Physiotherapie über Präventionskurse und Gesundheitsförderung bis zum heutigen Schwerpunkt BGM/BGF – zeigt mir immer wieder, wie sinnvoll es ist, diese Perspektiven miteinander zu verbinden.

Menschen ins Handeln bringen

Am Ende komme ich damit wieder bei Philipps Satz an:

„Beständigkeit braucht ein eigenes Warum.“

Gesundheitsförderung kann Wissen vermitteln, Kompetenzen aufbauen, geeignete Angebote schaffen und Menschen beim Einstieg unterstützen.

Den eigenen Grund, etwas verändern zu wollen, bringt der Mensch selbst mit – oder entdeckt ihn auf dem Weg.

Unsere Aufgabe als Fachleute ist es, Bedingungen zu schaffen, unter denen daraus Handlung werden kann.

Und dafür brauchen wir neben guter fachlicher Arbeit auch Menschen und Netzwerke, deren Kompetenzen sich sinnvoll ergänzen.

Genau daran möchte ich weiterarbeiten.

https://www.rueckenstark-hannover.de/gesundheitsfoerderung/

Wo stehe ich eigentlich gerade mit meiner Fitness?

Gesundheitsförderung beginnt nicht immer mit einem Trainingsplan. Manchmal beginnt sie mit einer guten Frage: Wo stehe ich eigentlich gerade?

Diese Frage stand heute bei unseren „Seniorenzebras“ in der Gesundheitssportabteilung des TSV Victoria Linden im Mittelpunkt.

Wir haben den Alltags-Fitness-Test (AFT) des Deutschen Olympischen Sportbundes durchgeführt. Nicht als Wettbewerb. Nicht, um herauszufinden, wer in der Gruppe am fittesten ist. Und auch nicht nach dem Prinzip „höher, schneller, weiter“.

Sondern als persönliche Standortbestimmung:

Was kann ich? Wo liegen meine Ressourcen? Wo könnte ich etwas verändern? Und was möchte ich daraus machen?

Sechs Tests – und viel mehr als sechs Ergebnisse

Der Alltags-Fitness-Test des DOSB ist für Menschen ab 60 Jahren konzipiert. Mit sechs Testaufgaben werden körperliche Fähigkeiten erfasst, die für viele Aktivitäten des täglichen Lebens bedeutsam sind:

  • Beinkraft
  • Armkraft
  • aerobe Ausdauer
  • Beweglichkeit der unteren Körperhälfte
  • Beweglichkeit der oberen Körperhälfte
  • Geschicklichkeit und dynamisches Gleichgewicht

Der Test basiert auf dem amerikanischen „Senior Fitness Test“ von Rikli und Jones und wurde für Deutschland weiterentwickelt. Der DOSB stellt dafür standardisierte Test- und Auswertungsmaterialien zur Verfügung.

Die Ergebnisse können anschließend anhand alters- und geschlechtsspezifischer Referenzbereiche eingeordnet werden. Bei einer späteren Wiederholung des Tests lassen sich außerdem Veränderungen der individuellen Ergebnisse sichtbar machen.

Dabei geht es nicht um ein Fitnesszeugnis.

Normwerte und Fitnessstandards geben Orientierung. Sie können helfen, die eigene körperliche Fitness besser einzuschätzen und Ansatzpunkte für weiteres Training zu erkennen. Sie garantieren aber nicht, wie gesund, mobil oder selbstständig ein Mensch in Zukunft sein wird.

„Vielleicht lege ich noch eine Schippe drauf.“

Der für mich interessanteste Moment kam heute eigentlich nach dem Test .
Sigrid ist 67 Jahre alt. Sie fotografierte die Tabelle mit den Vergleichswerten und sagte sinngemäß, dass sie sich ihre Ergebnisse zu Hause noch einmal in Ruhe anschauen wolle. Mehr dazu im Film:

Wo stehe ich?

Und möchte ich beim Training vielleicht noch eine Schippe drauflegen?

Genau diese Reaktion finde ich bemerkenswert.

Denn plötzlich geht es nicht mehr darum, dass eine Trainerin sagt: Du solltest mehr Kraft trainieren.

Sigrid hat Informationen über ihre eigene körperliche Leistungsfähigkeit bekommen. Sie möchte sie verstehen und einordnen – und anschließend selbst entscheiden, was sie daraus macht.

Das ist Gesundheitskompetenz in der Praxis.

Erfassen. Verstehen. Einordnen. Handeln.

Dieser Ablauf beschreibt einen wesentlichen Teil meiner Arbeit in der Gesundheitsförderung:

erfassen → verstehen → einordnen → handeln

Bevor ich etwas verändern kann, hilft es zu wissen, wo ich stehe.

Dann brauche ich Informationen, um das Ergebnis verstehen zu können.

Ich muss es in Bezug auf meine eigene Situation einordnen.

Und daraus kann eine Entscheidung entstehen: Möchte ich etwas verändern? Was ist für mich wichtig? Welche Ressourcen habe ich bereits? Wo möchte ich mich weiterentwickeln?

Gesundheitsförderung bedeutet deshalb für mich nicht, Menschen möglichst viele Gesundheitstipps zu geben.

Es geht darum, Gesundheitskompetenz und eigene Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Gesundheit nicht nur konsumieren

Das passt zu meiner ressourcenorientierten und salutogenetischen Arbeitsweise.

Menschen sind in diesem Verständnis nicht einfach Empfängerinnen und Empfänger von Gesundheitsangeboten. Sie bringen Erfahrungen, Fähigkeiten, Wissen, Interessen und eigene Ziele mit.

Eine professionelle Begleitung kann dabei helfen, Ressourcen sichtbar zu machen, Zusammenhänge verständlich zu vermitteln und Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Die Entscheidung, was daraus entsteht, bleibt beim Menschen selbst.

Auch deshalb gefällt mir Sigrids Satz mit der „Schippe“ so gut.

Nicht ich habe entschieden, dass sie mehr trainieren muss.

Sie denkt darüber nach, was sie selbst mit ihren Ergebnissen anfangen möchte.

Fitness im Alter: nicht möglichst jung – sondern handlungsfähig bleiben

Beim Thema Fitness im Alter geht es schnell um Defizite: Was geht nicht mehr? Was wird schwieriger? Was nimmt mit zunehmendem Alter ab?

Der Alltags-Fitness-Test eröffnet noch eine andere Perspektive.

Er macht vorhandene körperliche Ressourcen sichtbar und zeigt gleichzeitig Bereiche, in denen Training sinnvoll sein kann. Der DOSB versteht ihn ausdrücklich als Instrument zur Einschätzung alltagsrelevanter Fitness älterer Menschen.

Und körperliche Fähigkeiten sind trainierbar.

Deshalb lautet die interessantere Frage nicht nur:

„Wie fit bin ich für mein Alter?“

Sondern:

„Was kann ich heute tun, damit mir meine körperlichen Ressourcen möglichst lange zur Verfügung stehen?“

Vom Testtag zur Gesundheitsentwicklung

Heute fand dieser Prozess im Gesundheitssport beim TSV Victoria Linden in Hannover statt.

Die dahinterliegende Arbeitsweise reicht für mich aber weiter als dieser Testtag:

Standort bestimmen. Zusammenhänge verstehen. Ressourcen erkennen. Ziele entwickeln. Handeln. Und später erneut hinschauen.

So entsteht Gesundheitsentwicklung.

Im Präventionskurs. Im Gesundheitssport. Und – mit jeweils anderen Analyseinstrumenten, Fragestellungen und Rahmenbedingungen – auch in meiner Arbeit mit Organisationen und Unternehmen.

Nicht jede Veränderung beginnt mit einer fertigen Lösung.

Manchmal ist die entscheidende Frage zunächst: Wo stehen wir eigentlich gerade?


Gesundheit lässt sich entwickeln.

Ob Präventionskurs, Gesundheitssport oder Gesundheitsförderung im Unternehmen: Am Anfang steht die Frage, was bereits vorhanden ist und wo Entwicklung sinnvoll ist.

Anmeldung: Aktuelle Präventionskurse in Hannover und Seelze ab September 2026

GESUNDER BETRIEB

Aus einem Präventionskurs kann mehr entstehen als zehn Wochen Training 💪🌿💚

Ein Präventionskurs hat einen Anfang und ein Ende. Gesundheitsförderung muss dort nicht aufhören.

Das zeigt sich für mich sehr konkret beim TSV Victoria Linden in Hannover-Linden.
In den vergangenen etwa drei Jahren sind dort aus dem Projekt „Mein Nachbar, der Sportverein – aktiv im Quartier“ Bewegungsangebote, Trainingsmöglichkeiten und Strukturen entstanden, die heute weiter genutzt und weiterentwickelt werden.

Menschen kommen in Bewegung.
Sie lernen den Verein kennen. Sie sammeln Erfahrungen mit ihrem eigenen Körper. Und manche bleiben.

Genau darin liegt für mich ein wichtiger Unterschied zwischen einer einzelnen Gesundheitsmaßnahme und Gesundheitsförderung, die Menschen Möglichkeiten eröffnet.

Bewegung erfahren – nicht nur Übungen absolvieren

Auch meine Fitness-Rückenschule ist deshalb keine Abfolge klassischer „Rückenübungen“.

Wir trainieren Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. Wir arbeiten mit Geräten und dem eigenen Körpergewicht. Und wir schaffen Situationen, in denen Erwachsene wieder Bewegungserfahrungen machen können: laufen, springen, balancieren, hangeln, ausprobieren, eine Aufgabe lösen – und manchmal auch feststellen: Das kann ich ja doch.

Hier fließt mein motopädagogischer Hintergrund ganz selbstverständlich in die Arbeit ein.

Das aktuelle Video aus der Fitness-Rückenschule zeigt genau diese Seite des Trainings: Eine Bewegungslandschaft bietet unterschiedliche Aufgaben und Möglichkeiten. Nicht jeder Mensch muss dasselbe auf dieselbe Weise können.

Fit werden statt fit sein.

Das bedeutet für mich auch: einen Ausgangspunkt haben, ausprobieren dürfen, angemessen gefordert werden und die eigenen Möglichkeiten Schritt für Schritt erweitern.

Wenn aus Anleitung Selbstständigkeit wird

Besonders interessant wird es für mich dort, wo ein Kurs eigentlich längst zu Ende ist.

Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind nach ihren Präventionskursen beim Sport geblieben und Mitglied im TSV Victoria Linden geworden.
Inzwischen gibt es die Möglichkeit, zweimal pro Woche weiterzutrainieren: dienstags draußen beim Outdoortraining und donnerstags beim Fitness- und Ganzkörpertraining in der Sporthalle.

Weitere Angebote sind in Planung.

Die im Rahmen des Quartiersprojektes angeschafften Trainingsgeräte werden weiterhin intensiv genutzt.
Lizenzierte Breitensport-Trainerinnen wirken an den Angeboten mit.

Und über die Zeit ist noch etwas entstanden:

Langjährige Teilnehmende haben Bewegungserfahrungen gesammelt, Trainingsformen kennengelernt und Kompetenzen entwickelt.
Einige können inzwischen ihr Training eigenverantwortlich gestalten und miteinander trainieren – auch dann, wenn ich einmal nicht dabei bin.

Das ist für mich ein Erfolg von Gesundheitsförderung. Nicht Abhängigkeit von Anleitung, sondern zunehmend selbstständiges Handeln.

Empowerment: Menschen zu Akteuren ihrer Gesundheit machen

In der Gesundheitsförderung gibt es dafür einen wichtigen Begriff: Empowerment.

Gemeint ist nicht, Menschen einfach zu sagen, was sie für ihre Gesundheit tun sollen. Gesundheitsförderung soll Menschen vielmehr darin unterstützen, Wissen, Fähigkeiten und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und mehr Einfluss auf die eigene Gesundheit zu gewinnen. Dieser Gedanke gehört zum Kern des Gesundheitsförderungsverständnisses der WHO.

Für die praktische Arbeit bedeutet das für mich: Ich möchte Menschen zunächst fachlich begleiten – aber nicht erreichen, dass sie mich dauerhaft für jede Übung brauchen.

Sie sollen verstehen, ausprobieren, Erfahrungen sammeln, Sicherheit gewinnen und zunehmend selbst entscheiden können, was ihnen guttut und wie sie Training sinnvoll gestalten können.

Verstehen. Handhaben. Sinn darin erkennen.

Hier gibt es auch eine interessante Verbindung zur Salutogenese nach Aaron Antonovsky.

Im Zentrum seines Modells steht das Kohärenzgefühl mit drei Komponenten: Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit. Vereinfacht beschrieben geht es darum, Anforderungen einordnen zu können, über Ressourcen für den Umgang mit ihnen zu verfügen und das eigene Handeln als bedeutsam bzw. des Engagements wert zu erleben.

Diese Theorie beweist natürlich nicht, dass ein Präventionskurs automatisch das Kohärenzgefühl stärkt.

Aber sie bietet einen guten Bezugsrahmen für die Frage, wie Gesundheitsförderung gestaltet werden kann:

Verstehbarkeit: Ich verstehe mehr darüber, wie Bewegung, Training und mein Körper zusammenhängen.

Handhabbarkeit: Ich verfüge über Wissen, Erfahrungen, Fähigkeiten und Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden.

Sinnhaftigkeit: Bewegung ist nicht nur eine Aufgabe, die jemand anderes mir verordnet.
Ich kann einen persönlichen Sinn darin entdecken – vielleicht auch Freude, Gemeinschaft und das gute Gefühl, etwas selbst zu können.

Das ist sehr viel mehr als das korrekte Ausführen einer Übung.

Wenn der Sportverein zum Gesundheitsort im Quartier wird

Und schließlich geht es nicht nur um den einzelnen Menschen.

Ein Sportverein kann einen Rahmen bieten, in dem Menschen sich begegnen, gemeinsam aktiv werden, Verantwortung übernehmen und Zugehörigkeit erleben. Die Ottawa Charter nennt neben der Entwicklung persönlicher Fähigkeiten ausdrücklich auch die Stärkung gemeinschaftlichen Handelns als Handlungsfeld der Gesundheitsförderung.

Beim TSV Victoria Linden lässt sich heute ganz praktisch sehen, was aus einem zeitlich begrenzten Projekt weiterbestehen kann: Geräte werden genutzt. Angebote werden fortgeführt. Menschen haben Kompetenzen entwickelt. Trainerinnen bringen ihre Qualifikationen ein. Teilnehmende trainieren miteinander. Neue Menschen können dazukommen.

Das ist die Ebene, auf der individuelle Prävention für mich eine Verbindung zur kommunalen Gesundheitsförderung bekommt.

Nicht, weil ein einzelner Präventionskurs ein Quartier verändert.

Sondern weil im Quartier Strukturen und Möglichkeiten entstehen, die Menschen nutzen können, um aktiv zu werden, sich zu begegnen und Gesundheit mitzugestalten.

Und manchmal beginnt das mit einem Präventionskurs

In der kommenden Woche starten meine nächsten Fitness-Rückenschulkurse in Seelze und Hannover-Linden.

Wer teilnimmt, muss nicht bereits fit sein.

Fitness-Rückenschule – Fit werden statt fit sein.

Seelze
Mittwoch, 16. September 2026 · 13:30–15:00 Uhr
10 Termine · Gemeindehaus der Martinskirche
Martinskirchstr. 11 · 30926 Seelze

Hannover-Linden
Donnerstag, 17. September 2026 · 18:30–19:30 Uhr
12 Termine · Sporthalle Fröbelstr. 3a
30451 Hannover

Kursgebühr: 159 €
Zertifizierter Präventionskurs nach § 20 SGB V · Krankenkassenzuschuss möglich.

Jetzt anmelden:

https://www.rueckenstark-hannover.de/praevention/aktuelle-kurse/

Anmeldung: Aktuelle Präventionskurse in Hannover und Seelze ab September 2026

Fitness-Rückenschule in Hannover und Seelze – Fit werden statt fit sein

Du musst nicht fit sein, um anzufangen. Dafür ist der Kurs da.

Vielleicht möchtest du dich wieder mehr bewegen. Vielleicht willst du kräftiger werden, beweglicher bleiben oder nach längerer Pause wieder ins Training einsteigen.

Und vielleicht liest du „Fitness-Rückenschule“ und denkst:

Dafür müsste ich wahrscheinlich erst einmal fitter sein.

Nein.

Fitness-Rückenschule bedeutet bei rückenstark: Fit werden statt fit sein.

Du startest dort, wo du gerade stehst. Übungen, Belastung und Intensität können angepasst werden. Entscheidend ist nicht, was die Person neben dir kann. Entscheidend ist, dass du deinen eigenen Körper wieder forderst, wahrnimmst und ihm etwas zutraust.

Mehr als klassische Rückenschule

In meiner Fitness-Rückenschule geht es nicht darum, zehn Wochen lang möglichst viele klassische Rückenübungen zu absolvieren.

Wir bewegen uns. Wir trainieren. Wir probieren aus.

Mit Hanteln, Bällen und anderen Kleingeräten, mit dem eigenen Körpergewicht und mit Übungen, die durchaus anstrengend sein dürfen.

Wir trainieren Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und Koordination.
Gleichzeitig gehören Körperwahrnehmung, Entspannung, Wissen und Gesundheitskompetenz zum Kurs.

Denn Gesundheit ist  mehr als ein kräftiger Rücken.

Ich arbeite als Physiotherapeutin seit über 30 Jahren mit Menschen und verstehe Prävention bio-psycho-sozial und ressourcenorientiert. Unser Körper, unser Erleben, unsere Lebensbedingungen, unser Verhalten und unsere sozialen Beziehungen wirken zusammen.

Bewegung ist dabei eine wichtige Ressource.

Und eine, die wir selbst beeinflussen können.

Was wir in der Fitness-Rückenschule trainieren

Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und Koordination

Ein Körper braucht unterschiedliche Fähigkeiten, um den Anforderungen des Alltags begegnen zu können.

Deshalb trainieren wir nicht isoliert einzelne Muskelgruppen. Wir bewegen den ganzen Körper, kräftigen, mobilisieren, koordinieren Bewegungen und bringen auch Herz und Kreislauf in Schwung.

Das Training darf fordern.

Aber es soll zu dir passen.

Körperwahrnehmung, Entspannung und Gesundheitskompetenz

Training ist nur ein Teil des Kurses.

Wie fühlt sich Belastung an? Wann brauche ich Bewegung und wann Regeneration? Was kann ich selbst verändern? Und wie gelingt es, Bewegung nicht nur zehn Wochen lang im Kursraum stattfinden zu lassen?

Wir beschäftigen uns deshalb auch mit Körperwahrnehmung und Entspannung und vermitteln Wissen, das dabei helfen kann, die eigene Gesundheit besser zu verstehen.

Mein Ziel ist nicht, dass du zehn oder zwölf Termine lang „brav deine Übungen machst“.

Ich möchte, dass du Lust bekommst, selbst aktiv zu bleiben.

Bewegung, Wissen, Motivation und Freude gehören für mich zusammen.

Aktuelle Fitness-Rückenschulkurse im September 2026

Fitness-Rückenschule in Seelze

Start: Mittwoch, 16. September 2026
Zeit: 13:30–15:00 Uhr
Umfang: 10 Termine
Ort: Gemeindehaus der Martinskirche
Martinskirchstr. 11, 30926 Seelze

Kursgebühr: 159 €

Fitness-Rückenschule in Hannover-Linden

Start: Donnerstag, 17. September 2026
Zeit: 18:30–19:30 Uhr
Umfang: 12 Termine
Ort: Sporthalle Fröbelstraße
Fröbelstr. 3a, 30451 Hannover

Kursgebühr: 159 €

Kursleitung beider Kurse:
Andrea Kujawa, Physiotherapeutin

Zertifizierter Präventionskurs – Krankenkassenzuschuss möglich

Die Fitness-Rückenschule ist ein zertifizierter Präventionskurs nach § 20 SGB V.

Eine Bezuschussung der Kursgebühr durch die Krankenkasse ist möglich. Die konkrete Höhe und die jeweiligen Voraussetzungen richten sich nach deiner Krankenkasse.

Wenn du wissen möchtest, welchen Zuschuss deine Krankenkasse übernimmt, erkundige dich bitte direkt dort.

Fit werden statt fit sein.

Du musst keine sportlichen Voraussetzungen erfüllen, um den ersten Schritt zu machen.

Bring deinen Körper mit, so wie er heute ist.

Wir kümmern uns gemeinsam um den Rest.

Die neuen Kurse starten am 16. September in Seelze und am 17. September in Hannover-Linden.

Jetzt zur Fitness-Rückenschule anmelden

Online: Aktuelle Kurse & Anmeldung

AKTUELLER KURSPLAN / ANMELDUNG

E-Mail: info@rueckenstark-hannover.de
Telefon: 0151 10784137

rückenstark – Gesundheitsförderung, Prävention und Physiotherapie
Andrea Kujawa | Hannover

Lebensfreude gehört zur Gesundheit

Gesundheit besteht nicht nur aus Bewegung, ausgewogener Ernährung oder einem guten Umgang mit Belastungen.

Lebensfreude gehört  genauso dazu.

Menschen treffen, die uns guttun. Gemeinsam lachen. Etwas unternehmen. Draußen sein. Sich bewegen. Neues erleben. Oder manchmal auch einfach nichts leisten müssen.

Regeneration bedeutet deshalb nicht automatisch Ruhe. Was uns guttut, kann ganz unterschiedlich sein. Für den einen ist es ein stiller Nachmittag, für die andere Bewegung, ein Treffen mit Freunden oder ein Erlebnis, das den Kopf einmal ganz woanders hinbringt.

Ein wichtiger Teil von Gesundheitskompetenz ist für mich deshalb auch die Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen: Was brauche ich gerade? Was gibt mir Energie? Und was hilft mir, meine Ressourcen wieder aufzufüllen?

Gesundheitsförderung darf den ganzen Menschen im Blick behalten – körperlich, psychisch und sozial.

Und manchmal braucht Gesundheit gar keine große Strategie.

Manchmal ist es einfach Leben. 😊

Gesundheit entsteht nicht erst, wenn jemand krank wird

Gesundheit ist mehr als eine individuelle Aufgabe. Sie entsteht und entwickelt sich in den Lebenswelten, in denen Menschen ihren Alltag verbringen – und dazu gehört für viele Menschen ganz wesentlich die Arbeits- und die Bildungswelt.

Ein Gespräch über Gesundheit, Prävention, Bildung und gesellschaftliche Entwicklung erinnert mich immer wieder daran, wie eng diese Ebenen miteinander verbunden sind.

Natürlich können Menschen selbst viel für ihre Gesundheit tun: sich bewegen, körperliche und psychische Ressourcen stärken, Gesundheitswissen erwerben, Regeneration ermöglichen und Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen.

Doch Gesundheit hängt nicht allein vom Verhalten  des einzelnen Menschen ab.

Auch Arbeitsbedingungen, Arbeitsorganisation, Führung, soziale Beziehungen, Beteiligungsmöglichkeiten und Handlungsspielräume spielen eine Rolle.

Verhaltens- und Verhältnisprävention gehören zusammen

Genau deshalb gehören für mich in der Gesundheitsförderung beide Perspektiven zusammen:

Menschen darin stärken, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen – und Bedingungen schaffen, die Gesundheit unterstützen.

Ein Bewegungskurs kann körperliche Ressourcen stärken. Ein Gesundheitstag kann Wissen vermitteln, Menschen erreichen und neue Impulse setzen. Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung und Betriebliches Gesundheitsmanagement können Beschäftigte motivieren und Gesundheitskompetenz fördern.

Gesundheitsförderung erweitert diesen Blick über den einzelnen Menschen und auch über den Betrieb hinaus.

Denn auch die Lebensbedingungen vor Ort beeinflussen, welche Möglichkeiten Menschen haben, gesund zu leben.

Wie sind unsere Lebenswelten gestaltet? Welche Ressourcen gibt es im Quartier oder in der Kommune? Wo entstehen Belastungen? Wie können Menschen beteiligt werden? Und welche Strukturen unterstützen Gesundheit, soziale Teilhabe und Lebensqualität?

Gesundheit braucht Menschen – und Strukturen

Prävention beginnt deshalb nicht erst bei Beschwerden, steigenden Fehlzeiten oder Krankheit.

Sie beginnt dort, wo Menschen ihre eigenen gesundheitlichen Ressourcen entwickeln können und gleichzeitig die Bedingungen betrachtet werden, unter denen sie leben und arbeiten.

Gesundheitsentwicklung braucht beides: Eigenverantwortung und gesundheitsförderliche Strukturen.