Gesundheitstag bei AUF DER BULT in Hannover – Bewegung, Begegnung und ganzheitliche Gesundheitsförderung 🌸

Vier Pilates-Workshops, engagierte Beschäftigte und viele Begegnungen: Beim Gesundheitstag von AUF DER BULT – Zentrum für Kinder und Jugendliche in Hannover wurde deutlich, wie vielfältig Betriebliche Gesundheitsförderung sein kann.

Bewegung für unterschiedliche Menschen und Arbeitsbereiche

Ob Pflege, OP, Verwaltung oder andere Arbeitsbereiche: Beschäftigte bringen unterschiedliche körperliche Anforderungen, Bewegungserfahrungen und persönliche Ressourcen mit.

In vier Pilates-Workshops standen gezielte Muskelaktivierung, Körperwahrnehmung, Beweglichkeit und Haltung im Mittelpunkt. Die Übungen boten Anregungen, um Bewegung bewusster in den Berufsalltag zu integrieren.

Neben dem Training waren es besonders die Offenheit, die Freude an Bewegung und die persönlichen Begegnungen, die diesen Gesundheitstag auszeichneten.

Betriebliche Gesundheitsförderung geht über Bewegung hinaus

AUF DER BULT ist mit rund 1.500 Beschäftigten ein bedeutender Arbeitgeber im Gesundheitswesen in Hannover.

Der Gesundheitstag zeigte unterschiedliche Perspektiven auf Gesundheit: Neben Bewegungs- und Entspannungsangeboten wurden auch psychosoziale Themen aufgegriffen. Dazu gehörten Informationen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement, der Umgang mit Mobbing und Konflikten sowie eine Dankbarkeitswand, auf der Beschäftigte persönliche Ressourcen sichtbar machten.

Diese Vielfalt entspricht dem bio-psycho-sozialen Gesundheitsverständnis, das auch die Arbeit von rückenstark prägt.

Gesundheit wird nicht allein durch körperliche Fitness beeinflusst. Psychische Belastungen, soziale Beziehungen, Arbeitsbedingungen und persönliche Ressourcen spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle.

Gesundheitsförderung gemeinsam gestalten

Ein Gesundheitstag schafft Begegnungen, vermittelt Wissen und kann Beschäftigte motivieren, sich mit ihrer Gesundheit auseinanderzusetzen.

Nachhaltige Betriebliche Gesundheitsförderung braucht darüber hinaus die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen, die Beteiligung der Beschäftigten und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen.

Für rückenstark bedeutet das: Maßnahmen sollen zu den Menschen, ihren Anforderungen und den betrieblichen Rahmenbedingungen passen.

Nicht möglichst viele Maßnahmen. Sondern die richtigen.

Ein herzlicher Dank gilt Alicia Schiecke aus dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement und dem gesamten Team von AUF DER BULT für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die offenen Gespräche und den gelungenen Gesundheitstag.

Gesundheitsförderung lebt von Menschen, die sie gemeinsam gestalten.


Betriebliche Gesundheitsförderung mit rückenstark in Hannover

rückenstark verbindet physiotherapeutische Fachkompetenz mit einem ganzheitlichen Verständnis von Prävention, Gesundheitsförderung und Betrieblichem Gesundheitsmanagement.

Von aktiven Gesundheitstagen und Workshops bis zur strukturierten Gesundheitsentwicklung in Unternehmen: Im Mittelpunkt stehen die tatsächlichen Belastungen, Ressourcen und Bedürfnisse der Beschäftigten.

Mehr erfahren: Betriebliches Gesundheitsmanagement und Gesundheitstage mit rückenstark.

https://corporate-health.rueckenstark-hannover.de/

BGM-Maßnahmen: Was braucht dieses Unternehmen wirklich? 🧐🎯

Nicht möglichst viele Maßnahmen. Sondern die richtigen.

Eine Mitarbeitendenbefragung kann zeigen, wo genauer hingeschaut werden sollte. Aber aus ihren Ergebnissen folgt nicht automatisch ein Bewegungskurs, ein Gesundheitstag oder ein Workshop.

Denn Unternehmen sind unterschiedlich. Arbeitsplätze sind unterschiedlich. Und auch die Faktoren, die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit beeinflussen, unterscheiden sich.

Deshalb beginnt die entscheidende Arbeit mit dem Verstehen der Ergebnisse.

Aus Ergebnissen können ganz unterschiedliche Handlungsfelder entstehen

Eine Analyse kann Hinweise auf körperliche Belastungen geben.
Auf hohe Arbeitsdichte oder Zeitdruck.
Auf fehlende Handlungsspielräume.
Schwierigkeiten in Kommunikation und Zusammenarbeit
oder Entwicklungs- und Qualifizierungsbedarf.

Sie kann aber ebenso Ressourcen sichtbar machen:

Was funktioniert bereits gut? Wo erleben Beschäftigte Unterstützung? Welche Strukturen bewähren sich? Wo gibt es Handlungsspielräume, gute Zusammenarbeit oder andere Ressourcen, die erhalten und gestärkt werden sollten?

Dieser Blick auf Belastungen und Ressourcen gehört zu einem strukturierten Prozess der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Auch der Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes sieht die Analyse der gesundheitlichen Situation einschließlich Risiken und Potenzialen als Grundlage für die weitere Planung vor. GKV-Spitzenverband

Die BAuA macht ebenfalls deutlich, dass gesundheitsgerechte Arbeit an unterschiedlichen Stellen gestaltet werden kann – von Arbeitsmenge und Arbeitszeit über Handlungsspielräume bis zu Führung und sozialen Beziehungen. BAuA

Die Analyse bestimmt also mit, wo angesetzt werden sollte.

Bewegung kann die richtige Maßnahme sein – wenn sie zum Bedarf passt

Als Physiotherapeutin liegen mir Bewegung, körperliche Ressourcen und Training natürlich besonders nahe.

Aber genau deshalb ist mir die Unterscheidung wichtig:

Bewegung ist nicht automatisch die Antwort auf jedes Gesundheitsproblem im Unternehmen.

Zeigt die Analyse beispielsweise Handlungsbedarf bei körperlichen Ressourcen, Bewegungsverhalten oder bestimmten körperlichen Anforderungen, können gezielte Bewegungs- und Trainingsangebote sinnvoll sein.

Zeigt sie dagegen Probleme bei Arbeitsorganisation, Führung, Kommunikation oder Handlungsspielräumen, muss an diesen Bedingungen gearbeitet werden.

Die BAuA betont für die präventive Arbeitsgestaltung ausdrücklich, dass pauschale Lösungen nicht ausreichen und Beschäftigte und Führungskräfte in Gestaltungsprozesse einbezogen werden sollten. BAuA

Verhaltens- und Verhältnisprävention gehören zusammen.

Die passende Kompetenz für das passende Handlungsfeld

Und hier kommt für mich noch ein weiterer Aspekt guten Betrieblichen Gesundheitsmanagements ins Spiel:

Ein BGM-Anbieter muss nicht alles selbst anbieten.

Er muss erkennen können, welche Kompetenzen für die identifizierten Handlungsfelder gebraucht werden – und wissen, wann spezialisierte Partner sinnvoll sind.

Genau deshalb sind fachliche Netzwerke Bestandteil meiner Arbeit.

Mit Philipp Riebe und PhysioNext in Hannover bestehen konkrete Ideen für eine Zusammenarbeit im Bereich BGM und BGF.

Wenn Bewegung, körperliche Ressourcen, Physiotherapie oder gezieltes Training als relevantes Handlungsfeld identifiziert werden, kann spezialisiertes physiotherapeutisches und trainingswissenschaftliches Know-how eine wertvolle Ergänzung sein.

Entscheidend ist die Reihenfolge:

Nicht erst das Angebot – und danach die Suche nach einem Bedarf.

Sondern:

Erst den Bedarf verstehen – und dann die passende Kompetenz hinzunehmen.

Wahrnehmen. Verstehen. Handeln.

Damit schließt sich der Kreis zu meinen vorherigen Beiträgen.

Eine Mitarbeitendenbefragung ist ein Ausgangspunkt.

Die Ergebnisse müssen verstanden und gemeinsam eingeordnet werden.

Daraus entstehen Handlungsfelder.

Erst dann werden passende Maßnahmen entwickelt und umgesetzt.

Und anschließend wird überprüft, was erreicht wurde.

Der GKV-Spitzenverband beschreibt Betriebliche Gesundheitsförderung entsprechend als strukturierten Lernzyklus und betont dabei auch die Beteiligung der Beschäftigten und betrieblichen Akteure. GKV-Spitzenverband

Für meine Arbeit mit rückenstark lässt sich diese Haltung auf drei Worte bringen:

Wahrnehmen. Verstehen. Handeln.

Denn gutes Betriebliches Gesundheitsmanagement braucht nicht möglichst viele Maßnahmen.

Es braucht die richtigen – für dieses Unternehmen, seine Beschäftigten und die tatsächlich identifizierten Handlungsfelder.

Betriebliches Gesundheitsmanagement mit rückenstark

Ich unterstütze Unternehmen in Hannover und der Region Hannover dabei, Belastungen und Ressourcen zu erkennen, Handlungsfelder zu entwickeln und daraus gezielte Schritte für Gesundheit und Arbeitsfähigkeit abzuleiten.

https://corporate-health.rueckenstark-hannover.de/

 

Betriebliches Gesundheitsmanagement: Erst verstehen. Dann handeln.

Montagmorgen. Ich fahre mit dem Fahrrad zu einem meiner Auftraggeber.

Bewegung ist gesund. Sie kann ein sinnvoller Baustein der Betrieblichen Gesundheitsförderung sein.

Aber daraus folgt noch nicht automatisch, dass dieses Unternehmen gerade ein Bewegungsangebot braucht.

Die entscheidende Frage lautet:

Was beeinflusst Gesundheit und Arbeitsfähigkeit in diesem Unternehmen tatsächlich?

Genau dort beginnt für mich strukturiertes Betriebliches Gesundheitsmanagement.

Nicht mit der Maßnahme anfangen

Bewegungskurse, Ergonomie, Gesundheitstage, Workshops oder Entspannungsangebote können sinnvoll sein.

Aber nicht jedes Unternehmen braucht dasselbe.

Ein gutes BGM startet deshalb nicht mit einem fertigen Maßnahmenkatalog, sondern mit einer Analyse: Wo liegen Belastungen? Welche Ressourcen sind vorhanden? Was funktioniert bereits gut? Wo besteht Handlungsbedarf?

Auch der aktuelle Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes beschreibt Betriebliche Gesundheitsförderung als strukturierten Prozess aus Analyse, Maßnahmenplanung, Umsetzung und Evaluation. Die Ergebnisse sollen genutzt werden, um den weiteren Handlungsbedarf zu bestimmen. GKV-Spitzenverband

Nicht möglichst viele Maßnahmen. Sondern die richtigen.

Belastungen und Ressourcen verstehen

Gesundheitsförderung sollte nicht nur nach Problemen suchen.

Ebenso wichtig ist die Frage:

Was trägt bereits dazu bei, dass Menschen gesund und arbeitsfähig bleiben?

Das können gute Zusammenarbeit, klare Abläufe, Handlungsspielräume, soziale Unterstützung oder eine unterstützende Führung sein.

Die BAuA weist darauf hin, dass gesunde Arbeitsgestaltung unter anderem Arbeitsmenge und Arbeitszeit, Handlungs- und Entscheidungsspielräume, Führung und erholungsförderliche Arbeitszeiten berücksichtigen muss. Gute Arbeitsgestaltung soll dabei nicht nur Risiken reduzieren, sondern auch Ressourcen stärken. BAuA

Dieser Blick entspricht meiner salutogenetischen Arbeitsweise:
Belastungen erkennen – und gleichzeitig vorhandene Ressourcen sichtbar machen.

Eine Befragung ist ein Ausgangspunkt

Mitarbeitendenbefragungen können wertvolle Hinweise liefern.

Sie zeigen aber noch nicht automatisch, welche Veränderung sinnvoll ist.

Ergebnisse müssen verstanden, eingeordnet und mit weiteren Informationen aus dem Unternehmen verbunden werden. Beschäftigte sollten beteiligt werden, weil sie ihre Tätigkeiten, Abläufe und Arbeitsbedingungen aus eigener Erfahrung kennen.

Auch INQA empfiehlt, vor konkreten Gesundheitsmaßnahmen zunächst den Ist-Zustand zu analysieren und Beschäftigte eng in den BGM-Prozess einzubeziehen. INQA

Diesen Gedanken habe ich im vorherigen Beitrag bereits ausführlicher beschrieben:

Sie haben Ihre Mitarbeitenden befragt. Und was passiert dann?

Wahrnehmen. Verstehen. Handeln.

Die gesundheitswissenschaftliche Prozesslogik ist im Grunde klar:

Analyse → Planung → Umsetzung → Evaluation.

Oder in meiner Sprache:

Wahrnehmen. Verstehen. Handeln. Überprüfen.

Erst analysieren wir die Situation.

Dann ordnen wir ein, welche Themen tatsächlich relevant und beeinflussbar sind.

Daraus entstehen Handlungsfelder und passende Maßnahmen.

Und anschließend wird überprüft, was sich verändert hat und wo weitergearbeitet werden muss.

BGM ist damit kein einmaliges Gesundheitsprojekt. Es ist ein strukturierter Entwicklungsprozess.

Nicht jede Belastung braucht ein Gesundheitsangebot

Dieser Punkt ist mir besonders wichtig.

Wenn die Analyse beispielsweise zeigt, dass Arbeitsabläufe unklar sind, Beschäftigte wenig Handlungsspielraum haben oder Arbeitsmenge und verfügbare Zeit dauerhaft nicht zusammenpassen, reicht ein Bewegungskurs als Antwort nicht aus.

Dann müssen möglicherweise Arbeitsbedingungen verändert werden.

Die BAuA betont genau diese Ebene: Arbeitsorganisation, Arbeitszeit, soziale Beziehungen und Führung gehören zu den zentralen Gestaltungsfeldern gesunder Arbeit. BAuA

Verhaltensprävention und Verhältnisprävention gehören deshalb zusammen.

Menschen können Kompetenzen entwickeln und ihre Gesundheit aktiv beeinflussen.

Unternehmen tragen gleichzeitig Verantwortung für Bedingungen, unter denen gesundes Arbeiten möglich ist.

So verstehe ich Betriebliches Gesundheitsmanagement

Ich beginne nicht mit der Frage:

Welche Maßnahme kann ich diesem Unternehmen anbieten?

Sondern:

Was braucht dieses Unternehmen tatsächlich?

Welche Belastungen beeinflussen Gesundheit und Arbeitsfähigkeit?

Welche Ressourcen sind bereits vorhanden?

Welche Strukturen funktionieren?

Wo lohnt es sich, gezielt zu verändern?

Erst daraus entstehen sinnvolle Maßnahmen.

Erst verstehen. Dann handeln.

So verstehe ich mit rückenstark in Hannover Betriebliches Gesundheitsmanagement: strukturiert, beteiligungsorientiert und fachlich fundiert.

Sie möchten Gesundheit und Arbeitsfähigkeit in Ihrem Unternehmen systematisch entwickeln?

Ich unterstütze Unternehmen in Hannover und der Region Hannover dabei, Belastungen und Ressourcen sichtbar zu machen und daraus passende Handlungsfelder zu entwickeln.

https://corporate-health.rueckenstark-hannover.de/

 

Resilienz ist mehr als Durchhalten – was uns im Alltag wirklich stärkt

Resilient sein heißt nicht, alles aushalten zu müssen.

Nicht jede Belastung lässt sich wegdenken. Nicht jede schwierige Situation können wir allein verändern. Und Resilienz bedeutet nicht, immer stark zu sein oder möglichst schnell wieder zu funktionieren.

Mich interessiert deshalb eine andere Frage:

Was hilft Menschen, mit Belastungen umzugehen, ihre eigenen Ressourcen zu nutzen und handlungsfähig zu bleiben oder wieder zu werden?

Die Resilienzforschung zeigt: Darauf gibt es keine einfache Antwort. Resilienz wird heute zunehmend als dynamischer Anpassungsprozess verstanden. Sie ist keine unveränderliche Eigenschaft, die ein Mensch besitzt oder eben nicht besitzt.

Persönliche Fähigkeiten spielen eine Rolle. Aber ebenso soziale Beziehungen und die Bedingungen, unter denen wir leben und arbeiten.

Was stärkt uns?

Menschen bringen unterschiedliche Erfahrungen, Fähigkeiten und Ressourcen mit.

Dazu gehört zum Beispiel Selbstwirksamkeit: die Erfahrung, Herausforderungen beeinflussen und selbst etwas bewirken zu können. Auch Wissen, Bewältigungsstrategien, körperliche Ressourcen und die Fähigkeit, eigene Bedürfnisse und Belastungsgrenzen wahrzunehmen, können eine Rolle spielen.

Für mich gehört deshalb auch der Körper in die Auseinandersetzung mit Resilienz.

Bewegung, Körperwahrnehmung, Entspannung und Regeneration stehen nicht getrennt neben psychischen und sozialen Prozessen. Gesundheit entsteht im Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Faktoren.

Aus meiner physiotherapeutischen und gesundheitsfördernden Arbeit kenne ich deshalb immer wieder dieselben Fragen:

Was nehme ich wahr? Was verstehe ich darüber? Und was kann ich daraus für mein Handeln ableiten?

Wahrnehmen. Verstehen. Handeln.

Selbstwirksamkeit heißt nicht: Ich muss alles allein schaffen

Dieser Unterschied ist wichtig.

Selbstwirksamkeit bedeutet nicht, für jede Belastung selbst verantwortlich zu sein oder jedes Problem aus eigener Kraft lösen zu müssen.

Handlungsfähigkeit kann auch heißen, Unterstützung zu suchen. Eine Grenze zu setzen. Eine Situation neu zu bewerten. Hilfe anzunehmen. Oder zu erkennen: Nicht ich muss mich weiter anpassen – die Bedingungen müssen sich verändern.

Gerade deshalb gehört die soziale Ebene für mich unbedingt zu Resilienz.

Menschen brauchen andere Menschen.

Soziale Unterstützung ist eine wichtige Gesundheitsressource. Beziehungen können Rückhalt geben, neue Perspektiven eröffnen und bei der Bewältigung von Belastungen unterstützen. Auch das Robert Koch-Institut beschreibt soziale Unterstützung als bedeutsame psychosoziale Ressource für Gesundheit. Robert Koch-Institut

Resilienz ist keine Anpassungsleistung an schlechte Bedingungen

Das gilt im privaten Leben ebenso wie in der Arbeitswelt.

Arbeitsorganisation, Führung, Handlungsspielräume, Arbeitszeit, soziale Beziehungen oder finanzielle und gesellschaftliche Bedingungen verschwinden nicht dadurch, dass ein Mensch an seiner persönlichen Resilienz arbeitet.

Genau hier wird ein ausschließlich individuelles Resilienzverständnis problematisch:

Menschen dürfen nicht dafür trainiert werden, ungesunde Bedingungen besser auszuhalten.

Gesundheitsförderung muss deshalb beide Seiten betrachten: persönliche Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten und die Verhältnisse, in denen Menschen leben und arbeiten.

Das Robert Koch-Institut beschreibt Gesundheitsförderung genau in diesem Zusammenhang: Menschen sollen zu mehr Selbstbestimmung über ihre Gesundheit befähigt werden. Gleichzeitig müssen gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Lebenswelten gesundheitsförderlich gestaltet werden. Robert Koch-Institut

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) versteht Gesundheitsförderung als einen Prozess, der Menschen mehr Einfluss auf ihre Gesundheit ermöglicht – und dabei persönliche Fähigkeiten ebenso wie soziale und gesellschaftliche Bedingungen berücksichtigt. Weltgesundheitsorganisation

Das entspricht meinem Verständnis von bio-psycho-sozialer Gesundheitsförderung.

Kann man Resilienz trainieren?

Auch hier lohnt sich ein genauer Blick.

Die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass Interventionen zur Resilienzförderung positive Effekte haben können. Verschiedene Ansätze beschäftigen sich beispielsweise mit Stressbewältigung, Selbstwirksamkeit, Achtsamkeit, Problemlösefähigkeiten oder anderen persönlichen Ressourcen.

Die Ergebnisse sind jedoch unterschiedlich. Programme, Zielgruppen und Messverfahren unterscheiden sich erheblich, und die langfristigen Wirkungen sind nicht für alle Ansätze ausreichend geklärt.

Deshalb wäre die Aussage „Ein Resilienztraining macht resilient“ zu einfach.

Bestimmte Fähigkeiten und Ressourcen lassen sich entwickeln und fördern. Resilienz selbst bleibt aber abhängig von der Situation, den verfügbaren Ressourcen, sozialen Beziehungen und äußeren Bedingungen.

Was kann ich beeinflussen – und was muss sich verändern?

Damit komme ich wieder zu drei einfachen Worten:

Wahrnehmen. Verstehen. Handeln.

Was belastet mich?

Was stärkt mich?

Welche Ressourcen habe ich bereits?

Was kann ich selbst beeinflussen?

Wo brauche ich andere Menschen?

Wo brauche ich Unterstützung?

Und welche Bedingungen müssen sich verändern?

Diese Fragen sind für mich interessanter als die Aufforderung, einfach „resilienter“ zu werden.

Denn Resilienz bedeutet nicht, jede Belastung auszuhalten.

Sie bedeutet auch, Handlungsmöglichkeiten zu erkennen – und zu wissen, wann etwas verändert werden muss.