Montagmorgen. Ich fahre mit dem Fahrrad zu einem meiner Auftraggeber.
Bewegung ist gesund. Sie kann ein sinnvoller Baustein der Betrieblichen Gesundheitsförderung sein.
Aber daraus folgt noch nicht automatisch, dass dieses Unternehmen gerade ein Bewegungsangebot braucht.
Die entscheidende Frage lautet:
Was beeinflusst Gesundheit und Arbeitsfähigkeit in diesem Unternehmen tatsächlich?
Genau dort beginnt für mich strukturiertes Betriebliches Gesundheitsmanagement.
Nicht mit der Maßnahme anfangen
Bewegungskurse, Ergonomie, Gesundheitstage, Workshops oder Entspannungsangebote können sinnvoll sein.
Aber nicht jedes Unternehmen braucht dasselbe.
Ein gutes BGM startet deshalb nicht mit einem fertigen Maßnahmenkatalog, sondern mit einer Analyse: Wo liegen Belastungen? Welche Ressourcen sind vorhanden? Was funktioniert bereits gut? Wo besteht Handlungsbedarf?
Auch der aktuelle Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes beschreibt Betriebliche Gesundheitsförderung als strukturierten Prozess aus Analyse, Maßnahmenplanung, Umsetzung und Evaluation. Die Ergebnisse sollen genutzt werden, um den weiteren Handlungsbedarf zu bestimmen. GKV-Spitzenverband
Nicht möglichst viele Maßnahmen. Sondern die richtigen.
Belastungen und Ressourcen verstehen
Gesundheitsförderung sollte nicht nur nach Problemen suchen.
Ebenso wichtig ist die Frage:
Was trägt bereits dazu bei, dass Menschen gesund und arbeitsfähig bleiben?
Das können gute Zusammenarbeit, klare Abläufe, Handlungsspielräume, soziale Unterstützung oder eine unterstützende Führung sein.
Die BAuA weist darauf hin, dass gesunde Arbeitsgestaltung unter anderem Arbeitsmenge und Arbeitszeit, Handlungs- und Entscheidungsspielräume, Führung und erholungsförderliche Arbeitszeiten berücksichtigen muss. Gute Arbeitsgestaltung soll dabei nicht nur Risiken reduzieren, sondern auch Ressourcen stärken. BAuA
Dieser Blick entspricht meiner salutogenetischen Arbeitsweise:
Belastungen erkennen – und gleichzeitig vorhandene Ressourcen sichtbar machen.
Eine Befragung ist ein Ausgangspunkt
Mitarbeitendenbefragungen können wertvolle Hinweise liefern.
Sie zeigen aber noch nicht automatisch, welche Veränderung sinnvoll ist.
Ergebnisse müssen verstanden, eingeordnet und mit weiteren Informationen aus dem Unternehmen verbunden werden. Beschäftigte sollten beteiligt werden, weil sie ihre Tätigkeiten, Abläufe und Arbeitsbedingungen aus eigener Erfahrung kennen.
Auch INQA empfiehlt, vor konkreten Gesundheitsmaßnahmen zunächst den Ist-Zustand zu analysieren und Beschäftigte eng in den BGM-Prozess einzubeziehen. INQA
Diesen Gedanken habe ich im vorherigen Beitrag bereits ausführlicher beschrieben:
Sie haben Ihre Mitarbeitenden befragt. Und was passiert dann?
Wahrnehmen. Verstehen. Handeln.
Die gesundheitswissenschaftliche Prozesslogik ist im Grunde klar:
Analyse → Planung → Umsetzung → Evaluation.
Oder in meiner Sprache:
Wahrnehmen. Verstehen. Handeln. Überprüfen.
Erst analysieren wir die Situation.
Dann ordnen wir ein, welche Themen tatsächlich relevant und beeinflussbar sind.
Daraus entstehen Handlungsfelder und passende Maßnahmen.
Und anschließend wird überprüft, was sich verändert hat und wo weitergearbeitet werden muss.
BGM ist damit kein einmaliges Gesundheitsprojekt. Es ist ein strukturierter Entwicklungsprozess.
Nicht jede Belastung braucht ein Gesundheitsangebot
Dieser Punkt ist mir besonders wichtig.
Wenn die Analyse beispielsweise zeigt, dass Arbeitsabläufe unklar sind, Beschäftigte wenig Handlungsspielraum haben oder Arbeitsmenge und verfügbare Zeit dauerhaft nicht zusammenpassen, reicht ein Bewegungskurs als Antwort nicht aus.
Dann müssen möglicherweise Arbeitsbedingungen verändert werden.
Die BAuA betont genau diese Ebene: Arbeitsorganisation, Arbeitszeit, soziale Beziehungen und Führung gehören zu den zentralen Gestaltungsfeldern gesunder Arbeit. BAuA
Verhaltensprävention und Verhältnisprävention gehören deshalb zusammen.
Menschen können Kompetenzen entwickeln und ihre Gesundheit aktiv beeinflussen.
Unternehmen tragen gleichzeitig Verantwortung für Bedingungen, unter denen gesundes Arbeiten möglich ist.
So verstehe ich Betriebliches Gesundheitsmanagement
Ich beginne nicht mit der Frage:
Welche Maßnahme kann ich diesem Unternehmen anbieten?
Sondern:
Was braucht dieses Unternehmen tatsächlich?
Welche Belastungen beeinflussen Gesundheit und Arbeitsfähigkeit?
Welche Ressourcen sind bereits vorhanden?
Welche Strukturen funktionieren?
Wo lohnt es sich, gezielt zu verändern?
Erst daraus entstehen sinnvolle Maßnahmen.
Erst verstehen. Dann handeln.
So verstehe ich mit rückenstark in Hannover Betriebliches Gesundheitsmanagement: strukturiert, beteiligungsorientiert und fachlich fundiert.
Sie möchten Gesundheit und Arbeitsfähigkeit in Ihrem Unternehmen systematisch entwickeln?
Ich unterstütze Unternehmen in Hannover und der Region Hannover dabei, Belastungen und Ressourcen sichtbar zu machen und daraus passende Handlungsfelder zu entwickeln.
https://corporate-health.rueckenstark-hannover.de/

